Leidenschaft

Braucht Leidenschaft Planung?

Lesezeit: 3 Minuten

Warum zwei Begriffe, die auf den ersten Blick Gegenspieler sind, vielleicht doch zusammengehören

Ich kann zwar keine amtliche Statistik dazu vorweisen, aber ich glaube für die meisten Leute hierzulande gehören die beiden Begriffe nicht nur nicht zusammen, sondern wiedersprechen sich sogar. Leidenschaft, das verbindet man mit Afrika oder Südamerika, mit Freiheit, mit Spontanität. Planung hingegen, das klingt wieder so typisch Deutsch, so Langweilig, nach Büro und Arbeit und dem Chef der einen mit der Peitsche antreibt. Wem es auch so geht der es vielleicht, womöglich einer Lüge aufgesessen.

 

Die Planung ist der Leidenschaft sein Tod

Ja, sicher kann zu viel Planung die Leidenschaft töten. Ein total durchgetimter Terminkalender, in dem in der Wochenplanung Zeitblöcke für die eigene Leidenschaft eingetragen werden ist, das mag funktionieren und pragmatisch sein. Ich hatte früher mit meiner Führungskraft häufig Diskussionen deswegen, und es ist bei einem vollen Kalender hilfreich sich Zeit freizuhalten. Es kann aber auch ein echter Herzenskiller sein. Für mich braucht Leidenschaft auch Spontanität und Freiheit.
Gravierender finde ich jedoch die Überplanung oder die Planungsflucht. Zwei Worte, die glaub ich nicht im Duden und nicht mal bei Wikipedia sind, da ich sie mir gerade ausgedacht habe. Unter Überplanung versteht man, wenn man nie zum Umsetzen kommt, weil man immer nur mit der Planung beschäftigt ist. Planungsflucht ist ähnlich, doch geht es da mehr um die Motivation. Man will etwas tun für das man die eigene Komfortzone verlassen müssen. Docht anstatt das zu tun bleibt man lieber beim planen. Auf diese Weise kann man sich die Situation selbst so verkaufen als sei man auf dem Weg, ohne jedoch vorzuhaben dies wirklich zu sein. Ein Selbstbetrug also. Freue mich schon drauf, wenn diese Begriffe ihren eigenen Eintrag bei Wikipedia bekommen.

 

Es ergänzt sich doch

Und doch gehört zur Leidenschaft auch Planung dazu. Zum einen in dem Sinn Klarheit zu haben was man tun will, zum anderen auch im ganz klassischen Sinn der Organisation. Ich will eine Weltreise machen? Dann gibt es halt ein paar Sachen um die ich mich vorher kümmern muss. Und sei es nur das Flugticket, vermutlich aber noch viel mehr. Und es muss ja nicht gleich die Weltreise sein, auch kleinere Projekte werden viel eher umgesetzt, wenn ich sie Plane. In der Planung kann ich mich schon emotional einstimmen auf das, was vor mir liegt. Ich entwickle Begeisterung, weil ich mich mit dem Land beschäftige in das ich reisen werde, stelle mir vor wie ich dort besondere Orte erkunde. Ich lasse mich schon in der Planung auf das ein, was kommt, ohne direkt alles Vorbestimmen zu müssen. Denn es geht nicht darum einen minutiösen Zeitplan zu entwickeln an den man sklavisch gebunden ist, sondern darum sich einzustimmen und zu überlegen was man tun will. Deswegen ist Planung kein Leidenschafftskiller, sondern ein Leidenschaftsbeschleuniger, wenn man sie richtig zu nutzen weiß.

 

 

 

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