LeidenschaftWandern

Der unbefriedigende erste Schritt

Lesezeit: 4 Minuten

Der erste Schritt ist zwar wichtig, aber auch doof, da er zwar zum Ziel führt, aber nicht das Ziel ist.

Ein Glück schreibe ich nicht mit den Füßen, sonst wäre hier schon Schluss. Ich habe ordentlich Muskelkater. War in der letzten Woche zwei Mal wandern. Und die Tour gestern habe ich mir ausgesucht um zu sehen ob meine Fitness dazu reicht. Und ja, sie hat gereicht, aber es war ein sehr anstrengender Anfang, der aus fast 1.600 Stufen den Berg hoch bestand. Und das waren nicht die lieben, netten Stufen, sondern die vom Typ Arschloch, die alten, verwitterten Sandsteindinger, wo die eine Stufe ein paar Zentimeter hoch ist und ich für die nächste ne kleine Zwischenstufe brauch um sie zu steigen. Die ersten 500 waren kein großes Problem, aber am Ende habe ich alle 50 Stufen Pause gemacht und bin trotzdem auf allen vieren kriechend und nach Luft hechelnd oben angekommen. Aber das hilft mir bei der zukünftigen Tourenauswahl einschätzen zu können was locker machbar ist und was eine Tortur wird.

Kein klassisches Abenteur

Nach der ersten Wanderung, die von ihrem Anspruch her eher ein langer Waldspaziergang war, merkte ich wie schwer ich es fand die nächste Tour zu planen. Denn irgendwie find ich es lahm hier vor der Haustüre auf markierten Wanderwegen unterwegs zu sein. Mit einem Zelt durch Lappland wandern, das klingt aufregend, aber hier die Hügel der Umgebung zu erklimmen ist nicht das was man unter einem klassischen Abenteuer versteht.

Jeder kennt vermutlich den alten, ausgenudelten Spruch, dass auch die längste Reise mit einem ersten Schritt beginnt. Und obwohl dies so absolut wahr ist, so finde ich es doch oft frustrierend. Denn beim ersten Schritt aus der Haustüre hinaus ist man eben noch quasi zu Hause, zumindest fühlt es sich so an. Ich will mich aber darin üben eben diese Perspektive nicht mehr zu haben, mich quasi noch zu Hause zu fühlen, und stattdessen die Reise zu sehen, die damit begonnen hat. Also nicht zu denken, dass es sich um einen langweiligen Spaziergang handelt, sondern dass es ein Schritt Richtung Antarktisexpedition ist.

Das Trainingsfeld nutzen

Vor ein paar Jahren habe ich ein Interview gelesen. Ich erinnere mich nicht genau was der Typ gemacht hat, irgendwelche krassen Touren in Kanada oder so, wenn ich mich recht erinnere. Er hob hervor wie wichtig es ist die Möglichkeiten vor der eigenen Haustüre wahrzunehmen. Denn wer nicht bei sich raus in die Natur geht und dort unterwegs ist, der wird es auch dann nicht tun, wenn er an einem exotischeren Ort ist. Vor der Türe ist das Trainingsfeld, hier lernt man. Und wer Gefallen daran hat zu wandern dem wird es nicht reichen dem einmal im Jahr im Urlaub an den schönsten Orten der Welt nachzugehen. Das ist nur die Kirsche auf der Sahne auf dem Eisbecher. Wer nicht geübt darin ist im Tun zu sein, der wird auch nicht den Ring of Kerry laufen wenn er dort ist, weil die Hürde, die Komfortzone, viel zu groß sein wird.

Vergleichen macht unglücklich

Ich finde es für mich manchmal schwierig das so zu sehen, weil ich denke ich bin zu alt um noch so weit vorne anzufangen. Andere in meinem Alter sind schon viel weiter als ich, die sind schon auf den Touren unterwegs, die ich gerne gehen würde. In diesem Fall macht Vergleichen nicht reich, sondern unglücklich. So what, dann sind andere schon weiter, dann fühlt es sich halt komisch an in meinem Alter auf den Kinderstrecken unterwegs zu sein. Ich habe die Wahl meinen Stolz beiseite zu legen oder in unerfüllten Wünschen zu verschmachten. Da ist es doch besser drauf zu scheißen was andere vielleicht denken könnten, wie das aussehen könnte, wie es vielleicht oder vielleicht nicht rüberkommt, wenn es mich davon abhält etwas zu tun was mich glücklich machen kann.

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