Kaffee

Die Kaffeemühle richtig einstellen

Lesezeit: 5 Minuten

Wie ich mit einer Handmühle den richtigen Mahlgrad für den perfekten Geschmack suche

Liebes Kaffeetagebuch,
heute war ich total crazzzzzy und verrückt, weil ich mal was Neues probiert habe. Und da wir hier unter uns sind will ich dir die ganze Geschichte anvertrauen. Vor kurzem war ich auf der Suche nach Geschenken. Denn wie der glückliche Zufall es so will brauche ich im Dezember nicht nur Trölfzig Millionen Geschenke für Weihnachten, sondern es hat auch quasi jeder in der Familie und im Freundeskreis Geburtstag. Also war ich fleißig auf der Suche nach Sachen. Wie so oft war die Suche nur mäßig erfolgreich. Das scheint eine Regel zu sein die überall im Universum gültig ist. Falls es da draußen Aliens gibt und die auch Geschenke machen geht ihnen das bestimmt genauso. Man findet nämlich immer nur das, was man gerade nicht braucht. In meinem Fall war es ein Foto von einer Kaffeemaschine, das mich elektrisiert hat. Genau genommen ist es weniger eine Kaffeemaschine als vielmehr eine schlichte Halterung für einen Kaffeefilter aus Kupferrohr und Zement. Die Wochen vorher habe ich mich relativ mit meinem Blog beschäftigt und hatte darum großen Bock mal wieder was mit den Händen zu machen. Also bin ich zum Baumarkt gedüst um alles zu besorgen um das Gerät nachzubauen. Jetzt steht es in meiner Küche und ich bin sehr zufrieden mit Ergebnis, was einigermaßen erstaunlich ist, da ich es selbst gemacht habe.

 

Ein neuer Horizont

Ich mag Kaffee ganz gerne. Ich trinke ihn nicht nur gerne, sondern ich mag es auch mich damit zu beschäftigen. Bevorzugt trinke ich Espresso mit eher dunkel gerösteten, säurearmen Sorten. Dieses ganze fruchtige Zeug kommt mir nicht in die Tasse. Schmeckt mir nicht, und mein Magen verträgt es auch nicht besonders gut. Da der Platz in meiner Küche zu begrenz ist als das ich es erlauben würde, dass Geräte ohne Sinn und Zweck dort ausschließlich zu Dekozwecken stehen und den Platz wegfressen, ich aber andererseits meinen schönen Kaffeefilterhalter nicht wegwerfen will, habe ich das zum Anlass genommen meinen Horizont zu erweitern und mich mit Filterkaffees zu beschäftigen. Damit kenne ich mich bisher noch gar nicht aus und habe daher nur das nötigste Equipment dafür zu Hause. Falls mal Besuch da ist, der lieber einen Kaffee will als einen Espresso.

 

Wie die Handmühle so einstellen dass sie den perfekten Kaffeegeschmack ergibt
Wie die Handmühle so einstellen dass sie den perfekten Kaffeegeschmack ergibt. Photo by Pixabay

Mahlgrad oder Menge?

Immerhin hatte ich gerade ein paar Tage vorher ein Päckchen mittelgute Bohnen als Kaffeeröstung bekommen und hatte somit direkt Material zum rumprobieren da. Die erste Entscheidung, die ich treffen musste, war, ob ich mit der Kaffeemenge oder dem Mahlgrad anfange zu experimentieren. Keine Ahnung ob es sich dabei um die Profiherangehensweise handelt, aber ich habe mich entschieden mit dem Mahlgrad anzufangen. Ich vermute es ist leichter die richtige Menge an Kaffeemehl zu finden, wenn der Mahlgrad stimmt, als umgekehrt.

 

Die Suche nach dem richtigen Mahlgrad

Warum der Mahlgrad wichtig ist hat ein Barista mir mal gut veranschaulicht, indem er ganze Bohnen genommen hat um den Kaffee aufzubrühen. Das Ergebnis war, man kann es sich leicht vorstellen, wenig beeindruckend: Ein Glas mit leicht braun gefärbtem Wasser, das auch genau danach geschmeckt hat, nämlich nach Wasser. Die Oberfläche der Bohnen ist sehr gering, das Wasser hat kaum Möglichkeiten die Geschmacksstoffe aus der Bohne zu lösen. Bei einer gemahlenen Bohne kommt das Wasser mit viel mehr Bohne in Berührung. Darum ist es wichtig den richtigen Mahlgrad herauszufinden, bei dem das Verhältnis passt. Dabei gilt die Faustregel: Je länger Wasser und Bohne in Kontakt sind, desto gröber soll gemahlen werden.

 

Alles eine Frage der Einstellung

Da ich wie gesagt wenig Filterkaffee trinke habe ich mir dafür keine elektrische Mühle angeschafft. Zu teuer, braucht zu viel Platz und würde etwas übertrieben wirken. Nach stundenlanger Recherche in Kaffeeforen habe ich mir letztes Jahr eine kleine, recht frei justierbare Handmühle gekauft. War nicht besonders teuer, finde sie aber aus 2 Gründen auch nicht besonders gut: Sie ist aufgrund der Form und der Größe schlecht in der Hand zu halten, was beim mahlen hinderlich ist. Und die Einstellung des Mahlgrads erfolgt über eine Art Flügelschraube mit 6 Flügeln. Wie will ich da kontrollieren wie fein oder grob ich das Mahlwerk eingestellt habe, wenn ich keinerlei Anhaltspunkte habe welche Einstellung ich gewählt habe und wie will ich mir es diese am besten dann auch noch merken, wenn ich mal zwischen den Kaffeesorten hin- und herwechsle? Meine Lösung seit heute: Ich habe einen der Flügel markiert und kann dadurch die Anzahl der Umdrehungen notieren, die ich verändert habe.
Ich dachte damit hätte ich die Frage nach der Einstellung gelöst. Also Stimmungsvolle, leicht klischeebehaftete Kaffeehausmusik eingelegt und los ging der wilde Ritt. Immer die gleiche Wassermenge nehmen, immer die gleiche Wassertemperatur, immer die gleiche Bohnenmenge, die unterschiedlich fein gemahlen war. Und dann wurde Kaffee getestet bis er Magen rebelliert hat, was nach 4 Proben schon der Fall war. Ich schiebe es mal auf den Kaffee, den ich genommen habe. Werde morgen noch mal rumprobieren und dann eine Sache besser machen als heute. Habe den Fehler gemacht beim Mahlgrad irgendwo in der Mitte anzufangen und dann mal hoch und mal runter zu drehen. Habe zwar alles notiert, aber natürlich bin ich irgendwann durcheinandergekommen und wusste nicht ob ich gröber oder feiner als beim Ursprung war. Morgen werde ich bei ganz fein anfangen und von dort aus dann ins gröbere gehen um zu sehen, wie sich das auf den Geschmack auswirkt, bis der Magen wieder durch ist.

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