Leidenschaft

Listen der Leidenschaft

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Lesezeit: 4 Minuten

Warum eine pragmatische Heransgehensweise auch bei einem emotionalen Thema hilft.

Es ist ein Leichtes sich zu Wünschen seinem Herzen zu folgen. Das klingt nach blühenden Wiesen und feel good und Sonnenschein oder Regen, je nach dem was für ein Wettertyp man ist. Vielleicht mache ich ja was falsch, aber ich finde nicht, dass es so einfach ist. Kein bisschen. Denn ich kann nicht einfach auf der Couch sitzen und sagen „jetzt folge ich meinem Herzen“ und warten und hoffen, dass dies vom Himmel fällt und irgendwie geschieht. Mein Anfang ist mich zu fragen was denn überhaupt auf meinem Herzen liegt, es zum höherschlagen bringt.

 

Weiß ich nicht automatisch was ich will?

Für manchen mag sich das komisch anhören. Wie, man muss erst überlegen worauf man Bock hat. Ich bewundere Leute, denen es klar ist was sie machen wollen. Für mich ist das eine Frage, die mir den kalten Schweiß über den Rücken laufen lässt. „Was willst du denn wirklich machen?“ Ich fand und finde es immer wieder schwer diese Frage zu beantworten. Denn ich habe ständig entweder nichts oder tausend verschiedene Dinge im Kopf die ich gerne machen möchte. Und weil ich leider weder genug Zeit noch genug Geld habe um all diesen Dingen nachzugehen muss ich eine Auslese treffen und mich ehrlich fragen was das für Themen sind. Eistanzen? Briefmarken sammeln? Malen?

 

Mit einer Liste dem Luftballon die Luft nehmen

Mein erster Schritt war es mir eine Liste zu machen mit all den Sachen, die ich gerne machen würde. Auf die Liste kam alles drauf, egal ob ich es einmalig oder regelmäßig machen will. Das hat sich komisch angefühlt, denn Leidenschaft ist so eine große, verklärte Idee, der ich nun mit einer trivialen Liste auf die Schliche kommen will. Aber ich bin halt ein Freund von Listen, und zusätzlich ist es ja auch nicht hilfreich vor dieser großen Idee ehrfürchtig zu erstarren und nicht voranzukommen. Eine Liste also. Da kamen drauf Sachen die ich bereits tue und von denen ich weiß, dass sie mir Spaß machen. Aber nicht nur, manches will ich ausprobieren, weil ich glaube, dass es mir gefallen könnte oder weil ich es mal gemacht haben will, auch wenn ich mir ziemlich sicher bin, dass ich nur froh sein werde, wenn es rum ist.
Seltsamer Weise war ich mit dem Ergebnis ziemlich unzufrieden. Zum einen, weil die Leidenschaft entzaubert war. Aus diesem aufgeplusterten, emotional überladenen Begriff war die Luft rausgelassen worden und übrig blieb nur ein verschrumpelter Luftballon. Ich wollte doch meinem Herzen folgen und nicht wandern gehen oder Longboard üben.
Und zum anderen war ich Unzufrieden, weil auf der Liste ja nur Sachen drauf waren, die ich schon wusste. Kein mysteriöses Geheimnis wurde offenbart, keine verborgene Leidenschaft kam dadurch zum Vorschein. Nur Bekanntes stand da.
Doch ich fing an zu begreifen, dass beides gut war und ich nur aufgrund überzogener Erwartungen und eines falschen Verständnisses nicht zufrieden war. Denn etwas Pragmatismus ist sehr gut um etwas an der Hand zu haben was ich tun kann. Und es wäre doch sehr merkwürdig, wenn ich mit einer Liste dagestanden hätte wo nur Sachen drauf sind an die ich noch nie gedacht habe und die mir gar nicht entsprechen. Denn intuitiv ist mir klar was ich machen will, es ist nur nicht greifbar, weil ich mich nicht damit beschäftigt.

 

Weite, Fokus und eine Reise

Auf diese Weise habe ich schon einmal einen guten Überblick und habe in Zukunft keine Angst etwas davon zu vergessen. Und von dieser Liste habe ich mir dann ein paar Themen ausgesucht bei denen ich mir vorgenommen habe sie intensiver anzugehen.
Damit habe ich nun einen Ansatz, der mir weiterhilft. Darauf kann ich aufbauen, das kann ich umsetzen. Wichtig fand ich mir auch bewusst zu machen auf einer Reise zu sein. Diese Liste ist nicht in Stein gemeißelt. Ich kann mich ausprobieren, stelle fest ob mir das Zeug Spaß macht, und wenn nicht dann lass ich es.

 

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